26.-30.8.

 

Wie stehen Adam und Eva zum Überwachungsstaat? Was verbindet Jason und Athene mit mexikanischen Sozialrevolutionären? Wo kann uns Michelangelo etwas zu Margaret Thatcher sagen? „Das Verhältnis der Menschen zum Mythos ist keines der Wahrheit, sondern eines der Benutzung“, heißt es bei Roland Barthes, der zeitlebens nach Spuren unserer jahrtausendealten, wiederkehrenden Erzählungen in der modernen Welt gesucht hat. Der Mythos, meint Barthes, habe den „Charakter einer Aufforderung, einer Anrufung“.

Dieser Feststellung will Stefan Weiss in seiner Kunst folgen: Er montiert seine Bildinhalte überwiegend aus Zitaten; Ikonen der Kunst-, Politik- und Geistesgeschichte setzt er mit Worten in Beziehung, wodurch sich neue, mehrdeutige Sinnzusammenhänge ergeben. Als Journalist beschäftigt sich Stefan Weiss mit Schriftsystemen und Kalligraphie, seiner Konträrfaszination folgend, vermengt er Motive früher Hochkulturen mit pop- und alltagskulturellen Referenzen. Neoklassik trifft Pop, der Mythos den Logos, der Glaube das Wissen.

Vernissage 26.8. ab 19:00

27-29.8. geöffnet von 17-19 Uhr und nach Vereinbarung unter +43 664/88 38 2290

Finissage 30.8. ab 19:00

Der Künstler, geboren 1990 in Krems an der Donau, studierte Politikwissenschaft sowie einige Semester Germanistik und Kunstgeschichte in Wien. Seit 2010 freier Journalist u.a. für die "Wiener Zeitung", seit 2015 Kulturredakteur bei der Tageszeitung "Der Standard".

 stefanweiss.at

Stefan Weiss AMOR & PSYCHOS