Sylvia Kummer ist eine Reisende und selbst dann wenn sie sich nicht in den entlegenen Gebieten der Welt aufhält, erkundet sie die Orte ihrer unmit- telbaren Arbeitsumgebung – um – ja um Geschichten zu sammeln, gesell- schaftliche Konnotationen zu hinterfragen, diese aufzuzeigen und Verbor- genes an die Oberfläche zu bringen.

„Mein Leben besteht aus Reisen. Sehen und daraus, dieses anschließend in Bildern auszudrücken. Es ist ein Wesenszug. Ich habe das Sehen, könnte man sagen, zu meinem Spezialgebiet gemacht.“ schrieb der Schriftsteller Cees Nooteboom. Die Praxis, so Nooteboom ist die Prosa, „das andere, das ist die Philosophie.“ Anstelle der Prosa tritt bei Sylvia Kummer ein höchst differenziertes Werk, dass jedoch nur den ersten Anschein nach aus vielen unterschiedlichen Arbeiten besteht, denn letztlich besteht zwischen den Installationen, den Arbeiten auf Papier und Leinwand, den Objekten eben- so wie bei den Videos und konzeptuellen Werken stets ein thematischer Zusammenhang, ergibt sich eines aus dem anderen und ergänzt sich. Dabei geht es der Künstlerin auch darum, den Betrachter einzubinden und un- missverständlich darzustellen, dass Themen stets mehrere Zugänge haben und andere Blickwinkel auch andere Sichtweisen evozieren.

wunder-same häutung - Sylvia Kummer  / 25.6.2015